Extratour Himmelsberg

HimmelsbergLogo ExtratourenFolgen Sie uns durch den märchenhaften Burgwald, blicken Sie vom Aussichtsturm bei Burgholz über das geschlossene Waldgebiet und lernen Sie an seiner Südseite die Auen von Wohra und Ohm kennen.

Die Extratour Himmelsberg führt vom südöstlichen Burgwald zu den Ausläufern der Oberhessischen Schwelle und quert dabei zwei Mal das Wohratal. Die Wohra, ein in früheren Jahren ausgebauter Mittelgebirgsbach, entspringt im südlichen Kellerwald und mündet bei Kirchhain in die Ohm.

Auf der sehr abwechslungsreichen Route erreichen wir die Kirchhainer Stadtteile Burgholz und Himmelsberg. In Burgholz - mit urkundlicher Ersterwähnung von 1317 - können wir noch die Reste einer fränkischen Großburg, der Hunburg, aus dem 8. Jahrhundert erkennen. In Himmelsberg, einer Rodungssiedlung des Zisterzienserordens verläuft die Route vorbei an der neugotischen St. Nikolauskirche und der 800- bis 1.000jährigen Tanzlinde.

Weiter an alten und jungen Waldbeständen und lauschigen Abschnitten führt die Tour zu manch kulturgeschichtlichen Höhepunkten. Die Querung der alten Trasse der Wohratalbahn (1914 bis 1982), interessante Aussichtspunkte, die kulturellen Besonderheiten sowie Wiesenweiher, Streuobstwiesen und die Begegnung mit der Imkerei machen die Extratour zu einem besonders reizvollen Naturerlebnis.

1 Geschichte von Burgholz

Burgholz, das südliche Tor zum Burgwald, liegt auf einem 378 m hohen Bergrücken, der schon in vorgeschichtlicher Zeit eine große Bedeutung hatte. Funde von Faustkeilen, Steinbeilen und Steinhacken aus der jüngeren Steinzeit belegen die vorgeschichtliche Besiedlung der heutigen Gemarkung Burgholz. In späteren Jahrhunderten, zur Zeit Karls des Großen (768 – 818), wurde eine mächtige Burganlage, die Hunburg, erbaut. Urkundlich erstmals erwähnt wurde die Gemeinde Burgholz 1263.

Im Jahre 1371 erhielten der Ritter Johann Riedesel und seine Vögte Burgholz als Lehen. Der Ort gehörte dann ab 1401 zu den Liegenschaften des Landgrafen von Hessen und fiel später dem Königreich Westfalen zu. Im Jahre 1775 wurde Burgholz durch eine Feuerbrunst fast vollständig zerstört, wobei sämtliche gemeindlichen Unterlagen ein Opfer des Feuers wurden.

Zum Wiederaufbau der Häuser und der Kirche, die 1832 fertig gestellt wurde, verwandten die Einwohner Steine der mittlerweile verlassenen Hunburg. Der in neuerer Zeit errichteten hölzernen Aussichtsturm bietet eine fantastische Fernsicht über den Burgwald und das Amöneburger Becken.

Höhenprofil Himmelsberg

2 Katharinabrunnen

Der Katharinabrunnen versorgte ehemals die nahe gelegene, von Karolingern im 8. Jahrhundert erbaute Hunburg mit Wasser. Im Jahr 1779 wurde er überwölbt. Noch bis zum Jahr 1925 diente der Brunnen der Trinkwasserversorgung der Burgholzer Bürger. Auch das Wasser für ihr Vieh holten die Menschen aus dem Brunnen und trugen es mit einem Joch, an dem zwei Eimer hingen, nach Hause.

In kalten Wintern wurde das Wasser im Brunnen knapp, so dass er unter Verschluss gehalten und das Wasser für die Bevölkerung rationiert werden musste. Ungeklärt ist, ob der Katharinabrunnen seinen Namen von der Burgfrau „Katharina“ oder von der Schutzheiligen der Kirche in Burgholz, der heiligen Katharina, erhalten hat.

3 + 7 Wohratal / Talöffnung

An zwei Stellen kreuzt unsere Extratour die Wohra. Der nördliche Übergang - bei der Hardtmühle - liegt in einem der engsten Abschnitte des Wohratals. Hier steigt das Gelände beidseitig von etwa 180 m üNN auf 380 m üNN an. Beim südlichen Übergang öffnet sich das Tal bereits zur Ohmniederung und gibt den Blick frei auf Kirchhain und das Amöneburger Becken. An der Querung befindet sich auch das Denkmal für die ehemalige Wohratalbahn, deren Schienen bereits Anfang der 80er Jahren abgebaut wurden.

4 Haltestelle „Hardtmühle“ der Wohratalbahn

1912 wurde mit dem Bau der Wohratalbahn zwischen Kirchhain und Gemünden/Wohra begonnen. Anlass war die wirtschaftliche Abseitsstellung des gesamten Wohratals nach der damaligen Verkehrsverlagerung von der Kutsche auf die Bahn. 1914 fand die Eröffnungsfahrt statt. Die Einstellung des Dampflokbetriebes erfolgte 1953, die des gesamten Personenverkehrs 1972.

1980 fuhr der letzte reguläre Güterzug von Kirchhain nach Gemünden. Die endgültige Stilllegung dieser Strecke fand am 01. Januar 1982 statt, der Abbau der Schienen setzte kurz danach ein. Ein Denkmal an der südlichen Wohratalquerung erinnert heute an diese Bahnstrecke.

5 Geschichte Himmelsberg / Lehrbienenstand

Himmelsberg ist eine Rodungssiedlung des Zisterzienserordens aus dem 11. / 12. Jahrhundert. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus 1243. Die weitere Geschichte des Dorfes war wechselvoll: Zunächst im Eigentum des Grafen von Ziegenhain kam Himmelsberg später zum Kloster Haina, und dann zur Burg Rauschenberg.

Die Mainzer Erzbischöfe und die Landgrafenschaft Hessen waren bis 1802 abwechselnd die Besitzer. Seit 1971 ist Himmelsberg ein Stadtteil von Kirchhain. Die neugotische Kirche aus 1871 – dem hl. Nikolaus geweiht - bildet zusammen mit der 800- bis 1000- jährigen Tanzlinde den Mittelpunkt des Dorfes.

Die Tour führt uns weiter zum Lehrbienenstand Himmelsberg, einem Außenstand des Bieneninstitutes Kirchhain, und zu privaten Bienenständen. Die Imkerei hat in unserer Region eine Jahrhunderte lange Tradition. Die Bienen sorgen u.a. für die Bestäubung von Obstbäumen und stellen damit einen wichtigen Teil der Ernährung von Mensch und Tier sicher.

6 Quelle und Wiesenweiher Himmelskirch

In ummittelbarer Nähe dieser Quelle befand sich vom 11. bis 14. Jahrhundert der kleine Weiler Bartenhausen mit Hof, unterschlächtiger Mühle und Kirche mit Friedhof. Die Kirchenruine ist bis ca. 1600 nachgewiesen. Die ganzjährig fließende Quelle dürfte den Siedlungsplatz begünstigt haben.

Auf der kleinen Biotopanlage mit Steinhaufen und Benjeshecke sind die zwölf Kräuter des Himmelsberger Würzwisch (Kräuterbundes) zu finden. An der Tradition der Kräuterweihe am Sonntag nach Mariä Himmelfahrt wird bis heute festgehalten. Ein Gedenkstein erinnert an Bartenhausen, die Wohratalbahn und andere geschichtliche Zeugnisse des Wohratals.

Auf der gesamten Tour treffen wir immer wieder auf Wiesenweiher, Fischteiche, kleine Tümpel, krautreiche Gräben und Dorfteiche. Diese Kleingewässer sind Lebensraum einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen, die meist unserem Auge verborgen bleiben. Stille Wald- und störungsarme Wiesentümpel haben eine große ökologische und landschaftliche Bedeutung, vor allem, wenn sie nicht von uns Menschen genutzt werden. Sie haben aber auch einen ästhetischen Reiz und bereichern das Landschaftserleben.

8 Streuobstwiesen

Teile der ehemals die Dörfer umgebenden breiten Grüngürtel aus hochstämmigen Apfel-, Pflaumen und Kirschbäumen sind in der südlichen Burgwaldregion aufgrund des günstigen Kleinklimas heute noch vorhanden. In dem Flurstück „In den Lambern“ durchwandern wir eine weitläufige Streuobstwiese mit besonders artenreichen Lebensgemeinschaften. Als Charaktervogel solcher alter Streuobstwiesen hat sich der Steinkauz in den letzten Jahren hier wieder angesiedelt.

9 „Eichhänzchen“

Von hier aus können Sie den Ausblick auf das Amöneburger Becken genießen. Sie sehen auf Kirchhain mit seinen 7 Stadtteilen, die Amöneburg, die Ohm- Auen sowie auf Schröck, einen Stadtteil von Marburg.

10 Wald

Innerhalb des waldreichen hessischen Berglandes hebt sich der Burgwald als ein in sich geschlossenes, kaum zerschnittenes Waldgebiet von ca. 20.000 ha besonders hervor. Der Boden, entstanden aus der Verwitterung von Buntsandstein mit mehr oder weniger stark wechselnder Lößüberdeckung, ist zur landwirtschaftlichen Nutzung aufgrund seiner Nährstoffarmut weniger gut geeignet, so dass die Forstwirtschaft hier vorherrscht. Neben höhlenreichen Buchen-Altholzbeständen finden wir strukturreiche Mischwälder, die im Herbst mit ihrer wunderschöne Färbung den Waldweg verzaubern.

11 Trinkwasserversorgung von Burgholz

Bis zum Jahre 1925 holten die Burgholzer Bürger ihr Trinkwasser aus dem Katharinabrunnen. Dann wurde ab der Quelle unterhalb des Scheuerhain und des Siddel in dem dortigen Wiesengrund zwischen Burgholz und Emsdorf eine neue Wasserleitung gebaut und das Wasser in das Wasserbassin oberhalb des Dorfes gepumpt. Bis zum Jahre 1961 reichte die Schüttung für die Wasserversorgung aus. Dann musste eine tiefere Bohrung vorgenommen werden, welche der Gemeinde bis zum heutigen Tage ausreichend Trinkwasser zur Verfügung stellt.

Essen und Trinken

  • Kirchhain-Burgholz:
    Waldhotel am Turm,
    Mo.+Mi.-So. 8-24 Uhr, Di. Ruhetag, Tel.: 06425-921770
  • Kirchhain:
    Hotel-Restaurant Hessischer Hof,
    Mo.-So. 11-14 Uhr u. ab 17:30 Uhr, Tel. 06422-93030,
    Hotel-Restaurant Zur Sonne, Mo.-Sa. 11-14 Uhr u. ab 16:30 Uhr, So. 10-14 Uhr, Tel. 06422-94180